Rundtour auf den Bschießer und über die Willersalpe
Rundtour auf den Bschießer und über die Willersalpe

Rundtour auf den Bschießer und über die Willersalpe

Datum: 24.07.22, Länge: 17,9 km, Höhenmeter: 1267 hm

Über Wasserfälle zur Zipfelsalpe – Bschießer Rundtour

Unsere heutige Wandertour beginnt, wie viele unserer Touren, wieder am großen Parkplatz am Ortseingang von Hinterstein, von wo aus wir zwischen halb sieben und sieben starten. Wir möchten heute über die Zipfelswasserfälle aufsteigen – eine Strecke, die wir bereits fast schon inn- und auswendig kennen, da wir im Laufe der Jahre doch schon einige Male dort unterwegs waren.

Anstatt auf den Iseler oder über den Kühgundgrat zu gehen, wollen wir heute jedoch eine Rundtour über den Bschießer machen. Noch frisch ist es, als wir losgehen in Richtung Hinterstein. Bereits nach der ersten Linkskurve biegen wir bei den ersten Häusern des Ortes nach links ab und folgen einem Wiesenpfad, der uns oberhalb des Ortes weiterführt. Mehr oder weniger eben laufen wir durch die vom Tau nassen Wiesen, bis wir an einem Wegweiser der Beschilderung zu den Zipfelswasserfällen folgen. Hier geht der Pfad nun in den Wald und über Wurzeln geht es stetig bergauf, bis wir auf den Weg treffen, der von der Kirche von Hinterstein ebenfalls zu den Wasserfällen führt.

Wenn man zum ersten Mal hier ist, lohnt es sich, das kurze Stück zur Brücke, die direkt unter dem Wasserfall ist, hinunterzugehen und dem Tosen des Wassers zuzusehen, das hier wie ein langer Bart eines Wichtels hinunterstürzt. Wir sind hier jedoch wie gesagt schon einige Male zuvor vorbeigelaufen – und heute wird sicher nicht das letzte Mal sein-, weshalb wir direkt weitergehen. In zahlreichen Serpentinen schlängelt sich der Weg den Hang hinauf, mal mit Wurzeln oder größeren Steinstufen.

Jetzt wirds warm!

Spätestens hier wird es einem warm, da dieser Abschnitt doch relativ knackig ist! Wunderschöne Blumen begleiten uns, im späten Frühjahr kann man, wenn man die Augen offen hält, Frauenschuh sehen, eine seltene und geschützte Orchideenart. Trotzdem, dass wir hier im Wald laufen, ist es auf diesem Abschnitt oft ziemlich warm. Das gilt auch für den Abstieg, wenn man hier mal nachmittags unterwegs zurück ist – an heißen Sommertagen ist bergab zu laufen hier keine Erfrischung, hier staut sich die Hitze im Sommer! Flacher wird es, kurz bevor wir aus dem Wald hinaus kommen.

Nachdem dieser anstrengende erste Aufstieg geschafft ist, kommt nun ein erholsameres Stück und meist begrüßt uns hier auch eine Brise Wind. Wir verlassen den Wald und sehen jetzt schon die Zipfelsalpe, unser erstes Etappenziel. Der schöne Pfad geht über freie Wiese am Zipfelsbach entlang. Beim Rückblick zeigt sich uns das Daumenmassiv bzw. dessen Anfänge von seiner Ostseite.

Wir queren den Zipfelsbach und erreichen kurz darauf die gleichnamige Zipfelsalpe. Hier kommt es gar nicht so selten vor, dass man Murmeltiere in den Wiesen sieht – heute haben wir jedoch leider kein Glück. Wir machen eine kurze Trinkpause und können das Gipfelkreuz des Bschießers bereits deutlich über uns sehen. Es scheint zum Greifen nah – Luftlinie ist wohl nicht allzu weit. Bis hoch sind es jedoch noch ein paar Höhenmeter und der felsige Nordrücken wird auch nochmal eher steil.

Anstieg durch Latschen und Geröll zum Bschießer

Etwas oberhalb der Zipfelsalpe folgen wir dem Wegweiser in entsprechende Richtung zum Gipfel. Zunächst geht es über den Wiesenhang, wobei das Gras teilweise ziemlich hoch gewachsen ist. Außerdem müssen wir auch immer wieder den Kuhfladen ausweichen, die hier gut verteilt sind! Die Steigung nimmt wieder zu und nach einer Weile wechselt die Vegetation: das hohe Gras der Wiese geht über und immer mehr Latschenkiefern säumen den Weg. Von linker Seite kreuzt ein Weg, der von Tannheim herauf führt und ebenfalls eine beliebte Aufstiegsroute darstellt. Wir haben uns für die Tour einen Tag ohne allzu große Regenfälle ausgesucht und so ist der Weg durch die Latschen gut machbar. Nach stärkerem Regen kann er jedoch unangenehm rutschig sein, was man beachten sollte.

Der Duft der Latschenkiefern, ebenfalls noch nass vom Tau, begleitet uns eine Weile. Dann kommt der womöglich anspruchsvollste Teil des Aufstiegs. Es geht einen steilen Felsrücken hinauf, zum Teil ist weist der Weg auch etwas Geröll auf. In Serpentinen geht es durch die Steine steil hinauf, die Markierungen sind hier von Vorteil. Für dieses Teilstück ist es geg. nützlich, wenn man auch etwas schwindelfrei ist. Immer tiefer unter uns liegt die Zipfelsalpe und gegenüber von uns blicken wir auf den Iseler, der hier nahezu unscheinbar wirkt.

Gipfelkreuz in Sicht!

Wir meistern eine Kehre nach der anderen, wann kommt nur endlich das Gipfelkreuz? Erst fast am Schluss wird es sichtbar – und dann können wir es hinter der nächsten Kurve schließlich sehen! Auf den letzten paar hundert Meter zum Gipfel des Bschießers wird der Weg wieder flacher und auch breiter. Oben hat man dann schön Platz für eine wohlverdiente Pause. Die Aussicht rundum reicht von den Gipfeln des Tannheimer Tals über die Gipfel rund um Hinterstein wie z. B. das Rauhorn oder den Breitenberg. Weiter nordwestlich sehen wir außerdem die Sonnenköpfe, noch weiter entfernt die Nagelfluhkette und nordöstlich auch sanfte Vorgipfel wie den Schönkahler oder die Reutter Wanne. An klaren Tagen kann man von hier sogar den Schrecksee in seiner Hochebene westlich vom Rauhorn ausmachen.

Gratweg hinüber zum Ponten – Bschießer Rundtour

Bis hierher sind wir ca. 2 3/4 h unterwegs gewesen. Quellwolken verdecken teilweise die Sonne, wobei es uns ganz recht ist, dass wir nicht an der prallen Sonne sind. Trotzdem wird es hier oben nun nur im T-Shirt doch etwas frisch – aber eine Jacke haben wir natürlich auch immer dabei. Das Stück über die Felsstufe auf den Bschießer hinauf ist für uns bergauf deutlich angenehmer zu gehen als bergab. Deshalb, und weil es sich sowieso anbietet, gehen wir nicht auf gleichem Weg zurück, sondern in einer Runde über Zirleseck und Willersalpe. Dafür folgen wir nun dem Grat, der uns in Richtung Ponten hinüber führt.

Auf schmalen Pfad steigen wir zunächst ab und queren dann den Grat, der uns in Richtung Ponten führt und bald relativ eben verläuft. Ab und zu sind kurze Stellen relativ schmal, manchmal können wir uns an Seilen halten. Hier wäre etwas Schwindelfreiheit ebenfalls nicht schlecht. Immer wieder bieten sich uns tolle Blicke hinunter ins Hintersteiner Tal. Links unter uns liegt das Tannheimer Tal und auch hier quert nochmal ein Weg, der von dieser Seite aus hoch führt.

Ab der Wegkreuzung, wo es links ins Tannheimer Tal geht, müssen wir nochmal ein Stück bergauf. Den Gipfel des Ponten lassen wir heute aus, man könnte ihn jedoch auch noch mitnehmen, wenn man möchte.

Steil runter übers Zirleseck

Auf dem Weg unterhalb des Ponten haben wir schönstes Panorama zu unserer rechten Seite. Es geht nun stetig bergab und bald können wir schon die Willersalpe sehen, die klein tief unter uns liegt. Der schöne Pfad führt uns bis zum Zirleseck und ab hier geht es nochmal steil hinab. Wir bremsen ziemlich und sind froh, jetzt dieses steile Stück nicht mehr hochlaufen zu müssen, nachdem es nun doch wieder wärmer wird.

Pause an der Willersalpe und zurück über den Wildfräuleinsteig

Kehre um Kehre geht es die freie Wiese hinunter und dann sind wir schließlich an der Willersalpe. Hier entscheiden wir uns, nochmal eine Pause zu machen und setzen uns mit Getränken auf eine der Bänke. Dann geht es an den letzten Abstieg, der, was den Weg angeht, keinerlei Schwierigkeiten mehr aufweist – ein paar Kilometer haben wir jedoch noch vor uns. Wir laufen über die Wiese und kommen nun, auf zunächst breiterem Weg, wieder hin den Wald. Es geht hinunter, ab und zu über Treppenstufen, und nach einiger Zeit erreichen wir die Stahlbrücke, die einen Bach quert.

Jetzt gerade ist hier jedoch so gut wie kein Wasser zu sehen. Es wird wieder merklich wärmer und der Wald wird lichter. Wir folgen dem breiteren Weg noch ein kurzes Stück und biegen dann aber bei nächstes Gelegenheit rechts ab. Diese Abzweigung ist beschildert, man sollte jedoch die Augen etwas offen halten, um nicht daran vorbei zu laufen. Der schmale Pfad führt uns wunderschön durch lichten Wald den sog. Wildfräuleinsteig entlang.

Immer noch geht es die ganzen Höhenmeter, die wir hochgelaufen sind, nun wieder hinunter. Wieder können wir zahlreiche unterschiedliche Blumen und Pflanzen entdecken sowie interessante Wurzelgebilde. Dieser Weg ist bei Familien auch beliebt, u. a. wegen des Fels, den man hier passiert und der noch aus der Eiszeit stammt und um den sich Sagen ranken. Von hier aus dauert es ca. eine knappe halbe Stunde, dann erreichen wir das „Köpfle“, ein Aussichtspunkt oberhalb von Hinterstein mit ein paar Bänken. Diese sind um die Mittagszeit meistens immer belebt, häufig wie bereits erwähnt von Familien.

Vorbei an Prinze Gumpe

Der Weg führt weiter, immer oberhalb von Hinterstein und doch nochmal steiler bergab und bergab, über Wurzeln und Waldweg. Schließlich treffen wir auf einen wieder breiten Weg und jetzt haben wir es fast geschafft. Am Prinze Gumpe, einem Naturfreibad, das auch im Sommer eiskalt ist, da das Wasser direkt vom Zipfelsfall kommt, haben wir das Dorf so gut wie erreicht. Über eine weitere Brücke queren wir den Zipfelsbach und dann sind wir in wenigen hundert Metern an der Kirche von Hinterstein. Man könnte kurz vorher auch der Beschilderung folgen und über die Wasserfälle zurückgehen. Dort trifft man dann auf den Aufstiegsweg ganz zu Beginn – diese Variante ist jedoch länger und es geht auch nochmal ein Stück bergauf. Wir gehen heute den direkten Weg und laufen von der Kirche nun noch an der Straße entlang hinaus aus dem Ort und vollends zum Parkplatz zurück.

Fazit – Bschießer-Rundtour

Die Rundtour über den Bschießer ab Hinterstein ist eine schöne Tagestour, bei der ihr schon etwas Kondition haben solltet. Vor allem der Weg nach der Willersalpe zurück kann sich u. U. gefühlt etwas in die Länge ziehen, wobei er landschaftlich sehr schön ist.

Wir empfehlen die Route in angegebener Richtung, da und die steile Steinstufe auf den Bschießer im Aufstieg wesentlich angenehmer erscheint, als beim Abstieg. Außerdem raten wir nach starkem Regen eher davon ab, da der Wegabschnitt, der durch die Latschen führt, bei Nässe doch sehr schmierig und rutschig ist. Beim Abstieg vom Bschießer sollte man etwas trittsicher sein, da es doch zum Tannheimer Tal hinunter doch steil den Hang hinunter geht und man nicht abrutschen sollte.

Der Weg über den Grat führt nicht mehr bergab, sondern quer hinüber und ab und zu sind Seile zur Hilfe angebracht. An manchen stellen ist es relativ schmal, je nach Empfinden ist eine gewisse Schwindelfreiheit von Vorteil. Wer möchte, kann anschließend noch auf den Ponten (ca. 100 hm mehr, laut Beschilderung ab der Abzweigung 20 min. zum Gipfel). Hinunter zum Zirleseck ist es steil und geg. sind Stöcke hilfreich.

Die Willersalpe bietet sich für eine Pause an. Die Zipfelslape, die wir in dieser Richtung zu Beginn passieren, ist ebenfalls bewirtschaftet und unsere Meinung nach noch schöner. Geht man die Tour in umgekehrter Richtung, würde sich hier natürlich auch eine Pause anbieten. Insgesamt ist diese Rundtour eine schöne, etwas längere Tagestour. Möchte man weniger Höhenmeter, kann man auch von Tannheim aus starten und dann nur über den Bschießer gehen (dann ca. 900 hm).

Ein Kommentar

  1. Pingback: Von Hinterstein auf das Gaishorn - Gipfelgeil

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