Von Altstädten über die Sonnenköpfe
Von Altstädten über die Sonnenköpfe

Von Altstädten über die Sonnenköpfe

Datum: 17.08.22 Länge: 16,5 km, Höhenmeter: 1081 hm

  • Sanfte Wege über Sonnenklause und Altstädter Hof
  • Anstieg mit Aussicht zum Sonnenkopf
  • Über den Heidelbeerkopf zum Schnippenkopf
  • Abstieg über die Hinanger Wasserfälle
  • Fazit

Sanfte Wege über Sonneklause und Altstädter Hof

An diesem schönen, von der Stimmung her schon eher spätsommerlichem Tag Mitte August führt uns unsere heutige Tour über die Sonnenköpfe. Den ersten Gipfel, den Sonnenkopf, haben wir auch im Winter mit Schneeschuhen bestiegen – ab hier fängt die schöne Sicht jedoch erst an, weshalb nun im Sommer auf jeden Fall alle drei Gipfel auf unserer Route stehen! Wir parken kostenlos am Ortsausgang von Altstädten. Früh morgens sind wir hier die einzigen und wir starten in der kühlen Morgenluft zunächst in Richtung Sonneklause. Erst auf einer kleinen Teerstraße passieren wir Hochweiler mit seinen paar Häusern, dann folgen wir rechts einem Forstweg. Wald und Wiese wechseln sich ab, es geht sanft bergauf. Wir treffen nochmals auf eine Teerstraße, die zur Sonneklause führt. Hier kann man ebenfalls parken, wenn man sich ca. 200 Höhenmeter der Tour sparen möchte. Dazu gibt es für uns jedoch keinen Grund, sonst wäre die Runde zu wenig für eine Sommertour im August, mit ganztags trockenem Wetter angesagt!

Ab der Sonnenklause wählen wir nicht den direkten, steileren Anstieg zum Sonnenkopf, sondern gehen zunächst der Beschilderung zum Altstädter Hof folgend. Langsam wird es etwas steiler und wir laufen auf schönem Waldweg immer bergauf, bis wir eine Lichtung erreichen. Nun geht es kurz etwas steiler eine freie Wiese hoch. Dann treffen wir erneut auf einen Forstweg. Nun folgt ein kurzes, flaches Stück und wir sind schon fast am Altstädter Hof. Hier hat man Aussicht auf Sonthofen sowie die Hörnergruppe gegenüber von uns. Auf breitem Forstweg geht es weiter hinauf, bis wir vom Schatten in die Sonne gelangen.

Anstieg mit Aussicht zum Sonnenkopf

Nun werden wir allmählich auch mit mehr Aussicht belohnt, als wir im sog. „Hühnermoos“ ankommen. Unser Weg wird zum Pfad und windet sich nun nach rechts und wir folgen dem Grat. Südlich von uns liegt unten das Retterschwanger Tal und die Gipfel der Rotspitze sowie die Hohen Gänge und das Daumenmassiv, die alle deutlich mächtiger sind, begleiten uns stetig.

Es folgt eine steilere Etappe über Wurzeln und Stufen, bis wir eine Art Anhöhe erreichen. Durch lichten Wald geht es vorwärts und bald treffen wir auf den kürzeren aber steileren Weg, den wir ebenfalls für den Aufstieg hätten wählen können. Wir passieren ein kleines Kreuz und stehen schon fast am Sonnenkopf, unserem ersten heutigen Gipfel. Über den Pfad durch die Wiese folgt ein letzter Anstieg, dann erreichen wir das Gipfelkreuz. Die Natur erinnert uns bereits leicht an den Herbst, da die Gräser sich schon allmählich zu verfärben beginnen.

Über den Heidelbeerkopf zum Schnippenkopf

Auf dem Sonnenkopf machen wir nur kurz eine Trinkpause, bis hierher haben wir knapp 2 h benötigt und bereits das meiste der Höhenmeter geschafft. Die Aussicht auf dem Schnippenkopf ist noch reizvoller und deshalb wählen wir diesen Platz für eine Pause.

Über den Heidelbeerkopf zum Schnippenkopf

Es geht kurz ein kleines Stück bergab, dann folgt der Anstieg auf den Heidelbeerkopf. Dieser ist kurz und steil, wenn es sehr nass ist kann es in umgekehrter Richtung eventuell etwas unangenehm werden. Der Name des Heidelbeerkopf kommt nicht von ungefähr – zahlreiche Heidelbeersträucher säumen den Weg und die kleinen Beeren schmecken hier oben wirklich vorzüglich! Ein Gipfelkreuz besitzt der Heidelbeerkopf nicht, es handelt sich einfach um eine Art Zwischenhügel. Nun geht es zum Schnippenkopf nochmal bergauf, kurz vor Erreichen des Gipfels wird der Weg steiniger und schmal. Diese kleine Stelle, die inzwischen sogar mit Seilen gesichert ist, ist aber kein Problem. Dann sind wir oben, auf dem breiten Wiesenrücken.

Keine halbe Stunde hat es vom Sonnenkopf bis hierher gebraucht und nun machen wir erstmal Frühstückspause. Uns nun direkt gegenüber ist der Große Daumen, den wir bereits zuvor diesen Sommer besucht haben und der schon noch deutlich höher liegt. Wir blicken von hier auf die Nordseite des Daumenmassiv und können auch die Gipfelstation der Nebelhornbahn ausmachen. Direkter vor uns erhebt sich der Entschenkopf – ein sehr schöner, jedoch auch ausgesetzter Gipfel mit Gratwanderung. Auch das Rubihorn, den Oberstdorfer Hausberg, das uns leider mittlerweile zu überfüllt ist, können wir in westlicher Richtung sehen. Die Sonne wird durch dünne, hohe Wolken etwas abgeschattet, die Luft ist mild, aber nicht heiß, und es ist windstill.

Abstieg über die Hinanger Wasserfälle

Wir machen uns nun an den Abstiegsweg und steigen hinunter in die Senke, von der aus sich dann der Entschenkopf erhebt. Die Vogelbeeren tragen ihre Früchte in voller Pracht und immer wieder sehen wir schöne Wurzelformationen am Wegesrand, wobei das Holz fast silbern schimmert. Unter uns liegt die unbewirtschaftete Entschenalpe, die wir als nächstes ansteuern.

Hier wenden wir uns nun scharf nach rechts – es geht direkt an der Hütte vorbei. Ein weiterer Weg führt ebenfalls rechts etwas weiter hinunter. Wenn man diesen erwischt, kommt man später auch wieder auf denselben Abstieg, jedoch ist es hier nach Regen oft nass und dreckig. Also am besten genau auf die Schilder direkt an der Alpe achten! Auch dieser Abschnitt durch die Wiese kann nach Regen matschig sein, aber Schlimmeres als dreckige Schuhe zu bekommen, passiert hier nicht. Es geht wieder in den Wald und bergab, wir umrunden quasi den Schnippenkopf. Dann macht der Weg einen Bogen nach rechts und wir laufen unterhalb der Nordseite des Schnippenkopfs bergab. Im Winter gehen hier manchmal Lawinen ab und im Sommer nach starken Regenfällen rutscht manchmal auch etwas Hang ab, deshalb kann es sein, dass der Weg hier ab und zu durch Äste oder Erde etwas blockiert ist. Bald erreichen wir wieder eine geteerte Forststraße, die uns steil immer weiter bergab bringt. Dann wird es nochmal angenehmer – wir folgen der Beschilderung zur Sonneklause und laufen erneut auf wurzeligem Waldpfad hinab, bis wir den Gasthof erreichen. Anstatt nun auf demselben Weg, wie wir gekommen sind, zurückzugehen, folgen wir der Teerstraße. Wir passieren schließlich ein Gatter, an dem wir nun über die Wiese rechts auf den Waldrand zu laufen. Bei unserem Abstieg heute wollen wir noch die Hinganger Wasserfälle mitnehmen, die bei Familien mit Kindern ein beliebtes Wanderziel sind.

Es geht auf interessantem Weg den Tobel hinab, der Wasserfall rauscht in einem direkten Strahl hinunter. Vor allem nachmittags ist es hier sehr schön, wenn tendenziell mehr Sonnenlicht das Wasser beleuchtet. Der Weg ist gut ausgebaut, mit einigen Stahlstufen und Brücken. Am Ende des Tobels treffen wir auf eine Fahrstraße und einen Parkplatz am Straßenrand. Wir wenden uns nach rechts und folgen der Teerstraße, die uns wieder in Richtung Hochweiler führt. Kurz vor den Häusern biegen wir links ab und können bereits unseren Ausgangspunkt wieder ausmachen. Nicht mehr weit, und wir erreichen schließlich wieder den Parkplatz.

Fazit

Die Tour über die Sonnenköpfe ist eine schöne Wanderung, die ab der Sonneklause auch als kürzere Tour unternommen werden kann (ca. 800 hm). Der Weg bis kurz unterhalb des Sonnenkopfs gestaltet sich aus Forst- und Waldwegen und enthält keinerlei Schwierigkeit. Ab dem Hühnermoos hat man schöne Ausblicke zu den Gipfeln südlich des Retterschwanger Tals. Je nach Jahreszeit blüht es hier auch üppig – im Frühsommer sind die Wiesenhänge vor dem Sonnenkopf mit Trollblumen übersät, später im Jahr deuten Silberdisteln und Vogelbeerensträucher den kommenden Herbst an. Toll sind natürlich die Heidelbeersträucher hier, besonders, wenn sie Früchte tragen oder sich die feinen kleinen Laubblätter im Herbst rot färben! Auch kleine Himbeeren wachsen, wenn auch nicht so üppig wie die Heidelbeeren, hier oben. Der Anstieg zum Schnippenkopf ist kurz aber steiler und bei Nässe kann er etwas rutschig sein, v. a. bergab. Vor dem Schnippenkopf ist ein kurzes Stück schmal, das jedoch seilgesichert ist. Wir empfehlen die Tour deshalb in der vorgegebenen Richtung zu gehen – auch ist die Aussicht bei diesem Routenverlauf schöner als umgekehrt. Gegen Ende kann ein Abstecher über die Hinanger Wasserfälle gemacht werden, die gegen Mittag bzw. Nachmittag oft von einigem Familien besucht werden. Will man dies nicht, bietet sich alternativ ab der Sonneklause derselbe Weg zurück an, wie beim Aufstieg.

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