Von Gunzesried auf den Siplinger Kopf
Von Gunzesried auf den Siplinger Kopf

Von Gunzesried auf den Siplinger Kopf

Datum: 06.10.22, Länge: 16,8 km, Höhenmeter: 885 hm

Von der Gunzesrieder Säge zur Alpe Birkach

Nach einem insgesamt sehr regnerischen September – vor allem leider an den Wochenenden – und bereits einem Wintereinbruch in den höheren Lagen macht der Oktober seinem „goldenen“ Beinamen wieder alle Ehre. Der Herbst ist in vollen Zügen angekommen. Für heute suchen wir uns daher eine Tour aus, die perfekt geeignet ist, wenn man die leuchtenden Farben dieser Jahreszeit genießen und auch Sonne tanken möchte.

Erster Anstieg im Wald

Wir parken an der Gunzesrieder Säge und unser heutiges Ziel ist der Siplinger Kopf. Dabei haben wir mehrere Varianten zur Auswahl. Da es morgens um acht noch schattig und frisch ist, möchten wir möglichst schnell an die Sonne kommen und entscheiden uns daher für den Weg über die Alpe Birkach und durch das Birkachmoor.

Von der Säge aus biegen wir an den paar Häusern hier im Tal zu Beginn links ab. Dann, nach einer ersten ansteigenden Kurve, gleich wieder rechts auf einen Feldweg, der Beschilderung in Richtung Höllritzer Alpe / Alpe Birkach (Webcam) folgend. Nach einem kurzen Wiesenstück gelangen wir in den Wald. Der Wurzelpfad führt uns gleich zu Beginn bergauf und nach nicht mal einer halben Stunde erreicht uns schon die Sonne und mit ihr wird es deutlich wärmer.

Eindeutig viel zu warm für die Jacke und die langen Hosen! Um diese Jahreszeit ist der Wechsel zwischen Kälte und Wärme oft sehr abrupt, sodass man am besten immer für jeden Fall ausgerüstet ist!

Sipplinger Kopf Tour
Mit der Sonne kommt sofort auch die Wärme

Mildes warmes Licht

Das milde, warme Licht begleitet uns und bringt uns beim Bergauflaufen bereits ins Schwitzen. Am Wegesrand sehen wir immer wieder Pilze – denen scheint der Regen im September sehr zugute gekommen zu sein – und die inzwischen gelben Blätter der Bäume leuchten dank der Sonnenstrahlen in voller Pracht. Nach diesem ersten Anstieg erreichen wir bald eine Alpe und sind auf einem kleinen Höhenrücken. Links und rechts von uns gibt es weiter unten ebenfalls jeweils einen Talweg, die wir alternativ hätten nehmen können. Wir freuen uns jedoch, schon weiter oben zu sein und auch die ersten Ausblicke sind traumhaft schön.

Sipplinger Kopf Tour
Ein kleines Kreuz an der ersten Alpe

Wir laufen mit freier Sicht nun flach auf dem Wiesenrücken entlang, immer weiter dem Talende entgegen. Bereits von hier können wir den breiten Rücken des Höllritzerecks und Bleicherhorn sehen.

Sipplinger Kopf Tour
Aussicht rüber zur Nagelfluhkette
Sipplinger Kopf Tour
Blick hinüber zum Riedberger Horn

Durch das Birkachmoor

Nun steigt der Weg durch die Wiesen wieder leicht bergab, bis wir die Alpe Birkach erreichen. Jetzt folgt ein kurzes, flaches Stück durch den Wald, wobei links und rechts von uns wunderschöne, bunte Gräser, blühende Gräser, die an Wolle erinnern, sowie kleinere Sträucher wie z. B. Wildheidelbeeren den Weg säumen. Auch die gelben Birkenblätter leuchten und lassen diesen Abschnitt zu einer bunten Farbpracht werden.

Schließlich wird der Wald lichter und nun führt uns der breite Weg durch das Birkachmoor, eine sehr schöne Landschaft, die im Herbst ebenfalls in allen Farben strahlt.

Sipplinger Kopf Tour
Weg durch das Birkachmoor

Es geht erneut leicht bergauf, bis wir auf eine Teerstraße stoßen. Von hier könnte man bis zur Höllritzer Alpe auch mit dem Auto fahren (Mautpflicht). Der Abschnitt auf der Fahrstraße ist jedoch nicht lang, außerdem kommen wir an einem interessanten „Geist“ vorbei.

Sipplinger Kopf Tour
Baumrest, der uns an ein Geistergesicht erinnert

Freie Wiesen am Talende – Siplinger Kopf Tour

Jetzt haben wir praktisch das hintere Ende des Gunzesrieder Tals erreicht. Durch die hügelige Landschaft unterhalb des Höllritzerecks und Bleicherhorns fließt ab und zu ein Bach und Richtung Norden zur Nagelfluhkette ist das typische Gestein, das für diese Landschaft prägend ist, zu sehen. Kurz vor der Höllritzer Alpe verlassen wir die Mautstraße bereits wieder und folgen rechterhand dem Wegweiser auf den Siplinger Kopf. Der breite Schotterweg führt uns immer weiter zum Bleicherhorn, den Gipfel können wir direkt über uns sehen, zum Greifen nah.

Sipplinger Kopf Tour
Die Vogelbeeren sind reif
Sipplinger Kopf Tour
Unterhalb des Bleicherhorns

Es wird wieder kurz steiler, dann erreichen wir die Abzweigung, die laut Beschilderung in 20 min. auf das Bleicherhorn führt. Heute möchten wir aber auf den Siplinger Kopf und lassen diesen Abstecher aus. Stattdessen geht es kurz etwas steiler die Forststraße bergab, bis wir eine weitere Alpe erreichen.

Sipplinger Kopf Tour
Der Grünten spitzelt aus der Ferne durch
Sipplinger Kopf Tour
Typisches Nagelfluhgestein
Sipplinger Kopf Tour
Aussicht hinunter in Richtung Balderschwang

Letzter Anstieg auf den Siplinger Kopf

Von hier aus wäre es gar nicht mehr allzu weit, und wir wären in Balderschwang. Von dieser Seite aus ist eine Wanderung auf den Siplinger Kopf ebenfalls möglich, dann mit weniger Höhenmeter (ca. 650) sowie mit deutlich kürzerer Wegstrecke (insgesamt hoch und runter ca. 9 km). An der Alpe gehen wir jedoch natürlich nicht hinunter in Richtung Balderschwang, sondern biegen rechts auf die Wiese ab. Nun wird der Weg wieder schmal und das letzte Stück Anstieg ist auch das anstrengendste der Tour. Zunächst erreichen wir eine kleine Kuppe, dann führt uns der Weg schmal unterhalb des Nagelfluhgesteins entlang. Schnell liegt die Alpe bereits deutlich unter uns.

Siplinger Kopf Tour
Siplinger Kopf Tour
Nun wird es knackiger – über zahlreiche Treppenstufen gewinnen wir schnell an Höhe und nach dieser Passage sind wir auch fast am Gipfel.
Für begeisterte Treppensteiger ist der Weg ideal 😀
Siplinger Kopf Tour
Gipfelkreuz in Sicht

Dank der Treppenstufen sind die restlichen Höhenmeter schnell geschafft und nun sind wir soweit oben, dass wir links und rechts von uns freie Sicht haben. Außerdem zeigt sich vor uns nun auch das Gipfelkreuz des Siplinger Kopfs. Wir folgen dem Weg, kurz geht es noch über einen Schneerest, der wohl von vorher genanntem Wintereinbruch noch übrig geblieben ist.

Dann sind wir oben, auf dem schönen Aussichtsberg. Freie Rundumsicht – die Nagelfluhkette im Nordwesten, wobei wir uns inzwischen mehr auf Höhe des Hochgrats befinden, direkt vor uns folgen etwas tiefer gelegen Heiden- und Gierenkopf. In der Ferne im Westen ist der schneebedeckte Säntis zu sehen und im Südwesten erblicken wir den Ifen mal aus einer anderen Perspektive. Auch hier haben sich Schneereste gehalten.

Der Widderstein ragt ebenfalls aus dem Kleinwalsertal hervor und direkt südlich sind die Gipfel rund um Oberstdorf zu sehen, markant z. B. die Spitze der Trettach und weiter östlich der Hochvogel.

Gipfelkreuz vom Siplingerkopf
Gipfelkreuz des Sipplingerkopfs
Siplinger Kopf Tour
Die Nagelfluhkette
Siplinger Tour
Blick nach Westen
Dunstige Bergketten
Blick nach Süden, im Hintergrund weichgezeichnet die Berge rund um Oberstdorf
Siplinger Kopf Tour

Rückweg

Wir genießen den herrlichen Herbsttag und machen erstmal eine kleine Pause hier oben. Sind wir beim Aufstieg im letzten Stück nochmal ins Schwitzen gekommen, wird es sehr schnell auch wieder deutlich frischer, was hauptsächlich an dem Wind hier oben liegt. Zurück gehen wir heute den gleichen Weg, die wir auch hochgegangen sind.

Alternativ könnten wir links durch das Aubachtal ebenfalls zur Säge gelangen – diese Strecke liegt jedoch noch immer im Schatten und kann oft rutschig und schmierig sein. Bestimmt wäre das heute ebenfalls so, da genießen wir lieber die Sonne! Der Wind lässt schnell wieder nach und somit wird es auch wieder schön warm. Es dauert nicht allzu lange, bis wir wieder bei der Höllritzer Alpe sind, wobei uns nun auch ein paar andere Wanderer und Mountainbiker entgegen kommen. Wirklich viel los ist heute aber nicht.

Die Ausblicke am Rückweg bieten uns nochmal andere Perspektiven und Lichtverhältnisse, was ebenfalls sehr schön ist. Gegen Mittag erreichen wir schließlich wieder den Parkplatz.

Fazit – Siplinger Kopf Tour

Die Tour von der Gunzesrieder Säge auf den Siplinger Kopf ist eine leichte Wanderung, ohne Schwierigkeiten, was die Wege betrifft. Nur beim letzten Teil des Aufstiegs sollte man geg. etwas Trittsicher sein. hier wird der Weg etwas schmäler, die Stufen sind steil, also ist auch etwas Kondition nicht schlecht.

Gerade jetzt im Herbst ist die Strecke sehr schön, da wir ziemlich viel an der Sonne sind – wenn andere Touren noch lange im Schatten liegen – und auch die Landschaft mit den bunten Gräsern auf den Wiesen und den gefärbten Bäumen ist ein wahres Erlebnis. Zudem ist die Strecke schön abwechslungsreich, von Waldwegen über das Hochmoor und dann den etwas alpineren Steig am Schluss sind viele Facetten geboten.

Auf fast der gesamten Strecke genießt man zudem schöne Weitblicke und da auch immer wieder flache Passagen kommen und man nicht durchgehend nur bergauf geht, bietet sich die Tour auch für weniger Geübte an, da man doch immer wieder gut durchschnaufen kann. Wie bereits gesagt, gibt es zahlreiche Alternativen – so sind auch Rundtouren möglich, etwa durch das Aubachtal oder noch über Höllritzereck und Bleicherhorn. Bei seiner persönlichen Routenwahl sollte man sich am besten zuvor nochmal genau über die ausgewählte Strecke informieren und dann findet sicherlich jeder eine für sich passende Tour.

Ausblick zum Tourende

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