Schneeschuhtour auf den Galtjoch Gipfel
Schneeschuhtour auf den Galtjoch Gipfel

Schneeschuhtour auf den Galtjoch Gipfel

Schneeschuhtour-Daten: Länge 17,2 km, Höhe 1089 hm
Datum: 06.03.2022

Inhaltsverzeichnis

Von Rinnen geht’s los

Seit unserer vorherigen Schneeschuhtour hat sich wettertechnisch nicht viel geändert. Es war durchwegs schön, Neuschnee gab es jedenfalls keinen. Und da uns heute ein Traumtag erwartet, haben wir uns für eine Tour aufs Galtjoch entschieden. Im Vergleich zu unserem ersten Versuch im Dezember, sind wir nun trainierter und der Gipfel ist heute unser festes Ziel. Außerdem werden die Schneeverhältnisse im Allgäu nicht besser und heute verzichten wir gerne auf die Schlepperei im Rucksack. Da wir bei Rinnen bereits auf ca. 1.000 m Höhe starten, gehen wir davon aus, hier von Anfang an noch Schnee und gute Bedingungen zu haben. Wir werden auch nicht enttäuscht.

Gegen 8.10 Uhr erreichen wir den Parkplatz in Rinnen, einzig die Teerstraße zum Rotlech müssen die Schuhe getragen werden, aber das kennen wir ja schon. Heute ist der Parkplatz unten auch bereits voll, es wäre also vermutlich umsonst gewesen, hinunterzufahren.

Start der Schneeschuhtour

Gefrorener Wasserfall am Anfang der Schneeschuhtour

Beim Runterlaufen bemerken wir bereits, dass hier noch andere Winterverhältnisse sind als im Allgäu. Wir bestaunen die schönen Eisgebilde auf einem der kleinen Wasserfälle, die in den Rotlech fließen. Wie bereits erwähnt, werden unsere Erwartungen nicht enttäuscht. Anfangs, als wir direkt neben dem Rotlech laufen, ist der Weg noch etwas eisig. Man merkt auch hier, dass der Schnee nicht mehr frisch ist. Aber schon nach der Brücke ziehen wir unsere Schneeschuhe an.

Wir starten gemeinsam mit mehreren Skitourengängern, die wir bald hinter uns lassen und steigen angenehm auf dem Forstweg immer höher. Der Unterschied zum Dezember macht sich zum einen beim Sonnenstand bemerkbar. Bereits so früh am Aufstieg scheint sie uns schon viel öfter angenehm ins Gesicht. Auch die Temperaturen sind sehr angenehm. Die Eiseskälte und der Frost vom Dezember sind einer milderen Märzluft gewichen. So sind auch die weiteren Wasserläufe am Wegesrand z. T. noch mit beeindrucken Eiszapfen gefroren, z. T. aber auch aufgetaut. Außerdem schauen am Wegrand schon die Steine und verblühtes Gestrüpp vom Herbst hervor. Es riecht nach feuchter Erde und somit kommen sofort Erinnerungen an mildere Tage hervor.

Nach gar nicht allzu langer Zeit erreichen wir die Rotbach-Hütten, die nun im März ebenfalls schon die Sonne erreicht. Der Forstweg ist komplett plattgefahren und z. T. schon etwas eisig. Doch je höher wir kommen, desto besser wird der Schnee. Der Lärm, den unsere Schuhe auf dem gefrorenen Boden machen, wird weniger. Nach dem steileren Stück bei den Hütten geht es wieder angenehm auf der Forststraße weiter. Auf halbem Weg zur Ehenbichler Alm erblicken wir Rinnen unter uns sowie den Thaneller, einem der bekanntesten Gipfel hier.

Zur Ehenbichler Alm

Bei der Ehenbichler Alm, Blick Richtung Süden

Auch heute entscheiden wir uns beim Aufstieg, wie bereits letztes Mal auch, die steilere Abkürzung durch den Wald zur Ehenbichler Alm zu nehmen. Die Markierungen sind gut ersichtlich, ebenso die Spur. Man muss nur die Schilder lesen, um nicht einmal falsch rechts zur Reutter Hütte abzubiegen. Die Spur verläuft nun etwas anders als im Dezember. Das letzte Stück direkt unter der Ehenbichler Alm ist relativ schmal, sodass ein Schneeschuh vor den anderen gesetzt werden muss. Leider ist es auch etwas vereist, aber mit Hilfe der Stöcke und etwas Vorsicht kein Problem. Nach ca. 1 1/2 h haben wir unsere Zwischenetappe erreicht und genießen bei einer kurzen Trinkpause die ersten Ausblicke.

Mit Schneeschuhen ins freies Gelände

Schneeschuhtour Galtjoch Ehenbichler links

Diesmal machen wir nicht den Fehler, den zu steilen Skispuren zu folgen, bei der wir letztes Mal auf sehr unangenehme Weise wieder umkehren mussten. Stattdessen wählen wir gleich den Weg weiter links, wobei es auch hier kurze Zeit über ein paar steilere Absätze hinauf geht. Wir stemmen uns kräftig in unsere Stöcke und meistern die paar Stellen, bis es wieder sanfter weiter hinauf geht. Nun erreichen wir schon die Baumgrenze, rechts von uns befindet sich die Abendspitze. Wir halten uns jedoch etwas weiter links.

Heute ist Lawinenstufe 1, also die geringste Gefahrenstufe. Bei höherer Stufe kann der Hang direkt unter der Abendspitze jedoch gefährdet sein. Bald finden wir uns an der Stelle wieder, an der letztes Mal unser Endpunkt war. Heute sind wir eine halbe Stunde eher dran. Böse Zungen behaupten, das liegt an dem etwas misslichen kurzen Irrweg von letztem Mal. Viel mehr sollten wir es aber unserem besseren Trainingszustand zuschreiben und uns einfach darüber freuen. Auch wenn die weiten, breiten und baumlosen Hänge flacher erscheinen, als sie tatsächlich sind, gehen wir Schritt für Schritt einen Hang nach dem anderen in unterschiedlicher Steile weiter hinauf.

Gipfel in Sicht auf der Schneeschuhtour

Galtjoch-Gipfel in Sicht

Jedoch sieht es schon noch nach einem guten Stück Weg und nochmal einigen Aufschwüngen bis da hin aus! Also heißt es, sich noch weiter anzustrengen – die immer zahlreicheren Ausblicke, die tolle Schneebeschaffenheit und die strahlende Sonne sind es das jedoch Wert. Es ist einfach herrlich hier, dann geht es eben noch ein bisschen weiter in dieser tollen Landschaft!

Schneeschuhtour Galtjoch Gipfel fast erreicht

Schritt für Schritt folgen wir dem Grat entlang und lassen einen Hügel nach dem andern hinter uns. Zwischenzeitlich verschwindet das Gipfelkreuz wieder aus unserer Sichtweite, auf einen Anstieg folgt der nächste – bis wir schließlich nach knapp 3 h oben angekommen sind!

360 ° Panorama

Galtjoch Gipfel mit Hochvogel-Ausblick

Froh und glücklich, nun oben zu sein und stolz über unseren bislang weitesten und höchsten Gipfel ist das Panorama auf dem Galtjoch in alle Richtungen wunderbar. Leider kennen wir hier so gut wie keinen umliegenden Berg – eine feste Konstante, wie auf einigen Touren, ist jedoch auch diesmal der Hochvogel, den wir hier im Westen ausmachen können.

Schneeschuhtour Galtjoch Ausblick Südwesten

Auf dem breiten Gipfelplateau ist es kein Problem, einen schönen Pausenplatz unter den weiteren Ski- und Schneeschuhtourengängern zu finden. Wir entscheiden uns für den Blick nach Westen. Die Landschaft hier oberhalb der Baumgrenze und die Weiten sind v. a. im Winter mit Schnee sehr beeindruckend. Wir sind auf 2109 m Höhe und können die Weiten der umliegenden Berghänge erahnen, die im Winter sicher oft so viel unwirtlicher und anders als im Sommer sind. Obwohl der Wind nur schwach aus Osten zieht, wird es bald wieder frisch, wenn man nicht in Bewegung ist. Auf dieser Höhe hat es aber sicher auch keine Plusgrade!

Rückweg der Schneeschuhtour mit Einkehr

Abstieg mit Schneeschuhen vom Galtjoch

Also schnallen wir unsere Schneeschuhe bald wieder an und machen uns an den Rückweg. Nun blicken wir von oben auf die Hänge zurück, die wir vorhin aufgestiegen sind. Erstaunlich besser als erwartet geht der Abstieg, der zwar steil ist, jedoch nicht so unangenehm bzw. anstrengend für die Beine, wie gedacht.

Einkehr in der Ehenbichler Alm

Verdiente Belohnung nach der Schneeschuhtour

Wir erreichen bereits nach ca. einer 3/4 h wieder die Ehenbichler Alm und freuen uns nun über einen Platz auf der Sonnenterrasse bei traumhaftem Wetter. Ohne Wind lässt es sich in der puren Sonne sehr gut aushalten und wir gönnen uns zur Belohnung eine Einkehr, wobei wir die Käseknödel probieren, einmal als Suppe und einmal mit Salat, und sehr empfehlenswert finden.

Den letzten Abstieg über die Forststraße laufen wir gemütlich runter. Wie bereits letztes Mal, wählen wir nun für den Rückweg komplett den Forstweg, also den weiteren aber flacheren Bogen im Vergleich zum Aufstieg über den direkten Weg durch den Wald. Auch hinunter begleitet uns die Sonne merklich länger als es im Dezember der Fall war. Wir machen immer wieder einigen Skifahrern Platz, die rasant hinuntersausen.

Schließlich sind wir froh, als wir unten wieder die Brücke erreichen. Hier wäre das Auto nun doch optimal! Obwohl – wenn man Pech hat, bleibt man stecken, weil man vielleicht beim Ausweichen zu weit vom Weg auf die Seite gefahren ist und ein Loch nicht gesehen hat, so wie es gerade einem SUV ergeht, als wir vorbeilaufen. Dann doch lieber den letzten Anstieg noch in Kauf nehmen! Auch wenn wir nun durchwegs ausgelastet sind, laufen sich auch noch die letzten 100 hm Gegenanstieg, sodass wir nachmittags nach ca. 5 1/2 h Schneeschuhtour (ohne Pausen) wieder am Auto sind.

Fazit Schneeschuhtour auf den Galtjoch Gipfel

Endspurt Galtjoch Schneeschuhtour

Die Schneeschuhtour aufs Galtjoch ist bisher die längste Tour, die wir mit Schneeschuhen gemacht haben, sowohl was die Kilometer als auch Höhenmeter angeht. Vermutlich wird es auch eine der längsten bzw. die längste bleiben. Auch wenn der Aufstieg mit ca. 3 h natürlich ausgedehnt ist, ist das Panorama und Erlebnis am Gipfel in jedem Fall alle Mühen wert. Steilere Abschnitte finden sich v. a. in den Hängen nach der Baumgrenze, die aufs Galtjoch führen, die jedoch weiter aussehen, als sie letztendlich sind. Natürlich würden wir mit dieser Tour die Saison nicht starten – aber mit jeder Tour steigert man sich automatisch, sodass das Galtjoch gegen Saisonende ein Highlight darstellen kann. Von Vorteil ist zudem die Höhe, da hier die Schneeverhältnisse länger noch deutlich besser sind, als bei manch anderen Touren im Allgäu.

Weitere atemberaubende Schneeschuhtouren

Sieh dir weitere Schneeschuhtouren an, welche uns begeistert haben. Zum Beispiel die Übernachtungstour auf die Ostlerhütte bei Pfronten. Oder aber die ausgedehnte Tour von Obermaiselstein auf den Ochsenkopf. Weitere spannende und aktuelle Touren findest du auf unserer Startseite.

Ein Kommentar

  1. Pingback: Sonnenkopf zwischen Vorfrühling und spätem Winter - Gipfelgeil

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