Ponten-Tour von Hinterstein
Ponten-Tour von Hinterstein

Ponten-Tour von Hinterstein


Ponten-Tour-Daten: Länge 18,7 km, Höhe 1210 hm
Datum: 15.05.2022

Inhaltsverzeichnis

Ponten-Tour: Von Hinterstein zur Willersalpe

Es ist wieder Sommer-Modus angesagt! Das heißt, Start der Tour ist wieder früh morgens, und zwar um etwa viertel nach sechs am Parkplatz vor dem Orteingang von Hinterstein. Man merkt, dass die schlimmsten Corona-Zeiten vorbei sind, da sich heute Früh – und der Tag verspricht herrlich zu werden, mit Sonnenschein den ganzen Tag – nicht viele Autos auf dem Parkplatz befinden. Der Übergang vom Frühling zu jetzt schon fast Frühsommer ist nun irgendwie doch fast unbemerkt und plötzlich gekommen – der Schnee ist nun ordentlich getaut, verglichen zu letztem Jahr um die Zeit hat es dieses Jahr schon viel weniger, eigentlich nur noch in den Hochlagen oder an Nordseiten.

Die klare Luft riecht langsam schon wieder sommerlich, die Gräser duften und es ist nun richtig schön grün geworden. Los geht es zunächst mal an der Straße entlang nach Hinterstein, was jedoch nicht allzu schlimm ist, da so früh morgens noch kaum Verkehr ist und man zudem direkt an der kühlen, eisblauen Ostrach entlang läuft. Der kurze Spaziergang durch Hinterstein durch ist ebenfalls ganz nett, da die Häuser sehr schön sind und uns bereits gleich zu Beginn Ziegen begrüßen, die noch etwas verschlafen auf einer Grünfläche eingezäunt mitten im Ort ihr Plätzchen haben. Angekommen bei der Kirche von Hinterstein biegen wir nach links ab – nun beginnt der eigentliche Wanderweg.

Wir folgen den Schildern Richtung Köpfle, einem kleinen Aussichtspunkt etwas oberhalb von Hinterstein. Der Pfad schlängelt sich zunächst nicht allzu steil etwas oberhalb vom Ort entlang. Die Gräser am Weg sind saftig grün und endlich blühen auch wieder einige, wunderschöne Blumen in allen möglichen Farben und Formen! Bald wird der Pfad zum Köpfle jedoch merklich steiler und wir meistern die ersten Höhenmeter, zum Teil auch über steilere Wurzelstufen und Steine. Nach etwa 45 min. erreichen wir das Köpfle, Zeit für eine erste Trinkpause.

Frühmorgens, Pfad zum Köpfle
Frühmorgens, Pfad zum Köpfle
Pontentour
Aussichtpunkt Köpfle

Vorbei am Wildfräuleinsteig

Weiter geht es, mittlerweile ist es so warm, dass wir bereits unsere leichte Jacke ausziehen und im T-Shirt weiter gehen können. Wir folgen dem Weg nun zum Wildfräuleinsteig – eine Art kleine Grotte. Dieser Abschnitt lässt uns wieder etwas Zeit zum verschnaufen, da es nun ein Stück lang nicht allzu steil ist. Durch den lichten Wald können wir die Gipfel im Hintersteiner Tal wie z. B. das Rauhorn oder das Hochplateau sehen, auf dem der Schrecksee liegt.

Wir staunen kurz nicht schlecht, als uns in geringer Entfernung ein Fuchs anschaut und nicht weg geht, obwohl wir direkt auf ihn zukommen. Plötzlich jedoch scheint er uns bemerkt zu haben und huscht durch das Gebüsch davon. Wir folgen dem Wildfräuleinsteig, bis wir schließlich auf einen breiteren Weg stoßen, der vom Parkplatz auf der Höh aus geht. Nun sind wir nur noch wenige hundert Meter von der Brücke entfernt, die wir überqueren müssen, bevor wir zur Willersalpe aufsteigen.

Nun wird es wieder steiler und der Pfad etwas breiter. Wir überwinden einige Stufen und Kehrung auf dem Weg zur Willersalpe. Aussicht ist hier eher weniger, da wir nun in relativ dichtem Wald sind, erst kurz vor der Willersalpe öffnet sich eine Ebene. Zu dieser Zeit ist alles noch im Schatten und schön ruhig.

Ebene bei der Willersalpe, Blick auf die Nordseite zur Vorderen Schafswanne hinauf
Ebene bei der Willersalpe, Blick auf die Nordseite zur Vorderen Schafswanne hinauf
Die Willersalpe frühmorgens, ruhig und noch im Schatten
Die Willersalpe frühmorgens, ruhig und noch im Schatten

Trinkpause

Nach ca. eineinhalb Stunden und durchgeschwitzt gibt es eine weitere Trinkpause bei der Willersalpe. Der Weg, der hier auf die Vordere Schafwanne hinauf führt, von wo aus man entweder zum Geißhorn oder Rauhhorn kommt, weist noch zu viel Altschnee auf, als dass man hier schon gehen könnte. Anders unser Weiterweg nach Osten auf das Zirleseck hinauf – hier taut der Schnee immer mitunter am frühestens. Wir genießen die Ruhe und Atmosphäre an diesem frühen morgen, die zahlreichen kleinen gelben Blumen, die hier in der Wiese blühen, bemerken wir erst am Rückweg, denn noch ist alles im Schatten. Jetzt steht uns der steilste Anstieg dieser Tour bevor – wir haben bereits ca. 600 hm hinter uns und die nächsten 400 hm, die uns aufs Zirleseck führen, sind kurz aber knackig. Los geht`s!

Steil auf das Zirleseck

Nach den ersten paar Metern merken wir die Steigung und setzen einfach, wenn auch in kurzen Schritten, einen Fuß vor den andern. Die Kehren sind eng und wir überwinden Höhenmeter um Höhenmeter. Die Willersalpe lassen wir immer weiter unter uns, einmal ist uns kurz eine Entspannung gegönnt, als der Weg ein paar Meter fast eben ist. Beim letzten Stück sind noch mehrere Treppenstufen zu bewältigen, bis wir schließlich hoch genug sind und uns die Sonne begrüßt. Herrlich!

Etwa eine halbe Stunde später ist die größte Anstrengung geschafft und wir stehen oben am Zirleseck. Nun können wir auf der anderen Seite ins Tannheimer Tal sehen. Außerdem zweigt hier nach rechts der Grat ab, der zum Geißhorn führt. Wir gehen jedoch links hinauf, nochmal eine kleine Stufe hinauf, dann können wir den Ponten bereits sehen. Plötzlich klingt es, als würde gleich ein Auto in hohem Tempo gefahren kommen – das kann aber nicht sein?! Wir drehen uns um und sehen, wie an der Ostseite des Geißhorns Schneereste in Kugeln hinunterstürzen. Hier sollte man unterhalb nun gerade definitiv nicht unterwegs sein!

Am Zirleseck
Am Zirleseck
Ponten in Sicht
Ponten in Sicht

Ab hier oben wartet noch der schönste Teil der Strecke auf uns – den anstrengendsten Teil haben wir bereits geschafft und werden nun mit der wunderschönen Aussicht und Atmosphäre belohnt – nach wie vor ist nichts los, der Weg gehört uns, die Sonne scheint und wir sind glücklich, hier oben zu sein! Der Schnee ist noch nicht allzu lange weg und auch die Natur ist hier deutlich weniger weit, als unten im Tal. So begrüßen uns zahlreiche weiße Krokusse und Schlüsselblumen – die haben wir eigentlich seit März/April nicht mehr gesehen! Zum Ponten führt der Weg zunächst relativ eben durch Latschen, wobei die Pflanzen bereits herrlich nach dem typisch südlichen Geruch in der Sonne duften. Der Weg ist fast frei von Schneeresten, nur einmal ist es etwas nasser und schmieriger. Das ist jedoch nicht schlimm und mit etwas Vorsicht sind die rutschigen Steine kein Problem.

Panorama bis zum Ponten

Nach dieser Stelle ist wieder alles trocken – wir gehen immer auf den Ponten zu, jetzt steigt der Weg wieder allmählich an. Ein paar Höhenmeter fehlen ja auch noch und irgendwo müssen die ja noch gemacht werden! Das wunderschöne Panorama begleitet uns nun stetig. Tief unter uns liegt der Weg, der ins Hintersteiner Tal führt, ganz klein sehen wir die zahlreichen Stadel, die dort unten sind. Gegenüber von uns befinden sich u. a. der Breitenberg und auch das Daumenmassiv können wir sehen. Hier hat sich der Schnee auch noch gehalten. Wir erreichen nochmals einen Wegweiser, der uns rechts hinauf auf den Ponten führt. Der Weiterweg wäre ebenfalls möglich, auch hier kommt dann nochmal eine Abzweigung hinauf zum Ponten. Da jedoch hier noch ein winziger Schneerest liegt, ist die Entscheidung gefallen und wir wählen gleich die Abzweigung rechts von uns. Laut Wegweiser benötigt man noch 25 min. bis zum Gipfel.

Das Panorama lassen wir vorerst nochmal außer Acht, da wir uns nun nochmal auf den Weg konzentrieren, der zwar nicht wirklich schwierig ist, man sollte jedoch schon trittsicher sein und auf den Weg schauen, da es hier doch relativ steil ist und man lieber nicht aus Versehen stolpern möchte. Plötzlich ist das Gipfelkreuz in Sicht und so kurz unterhalb, an einer leicht ausgesetzten Stelle, wirkt es sehr imposant und beeindruckend.

Plötzlich tauch das Gipfelkreuz auf
Plötzlich tauch das Gipfelkreuz auf
Oben am Ponten
Oben am Ponten
Ponten-Tour: Die Willersalpe nun auch in der Sonne, versteckt hinter Tannen
Die Willersalpe nun auch in der Sonne, versteckt hinter Tannen
Ponten-Tour: Blick auf den Bschießer
Blick auf den Bschießer

Nach etwa 2 3/4 h sind wir am Gipfel, ganz allein, einfach wunderbar. Wir blicken auf zahlreiche Gipfel, darunter der Bschießer, den man vom Ponten aus in ca. einer halben Stunde erreicht, auch Geißhorn und Rauhhorn sowie Breitenberg und Daumen sind nah. Auf der andern Seite sieht man die z. T. ebenfalls komplett schneefreien Gipfel des Tannheimer Tals. Jetzt haben wir uns erst mal eine Pause verdient! Auch wieder typisch Sommer packen wir unser Frühstück aus, Müsli im Marmeladenglas – lecker. Interessant zu beobachten, wie die letzten Schneereste wie Kuhflecken übrig sind, z. T. noch die Wege bedecken und wie saftig grün es bereits tief unten im Tal ist, während weiter oben das Gras noch eher braun und platt gedrückt nach dem Schnee ist.

Tief unter uns das Tal, von dort sind wir hoch gekommen, gegenüber das Daumenmassiv
Tief unter uns das Tal, von dort sind wir hoch gekommen, gegenüber das Daumenmassiv

Rückweg vom Ponten

Schließlich machen wir uns wieder an den Rückweg, wobei wir den gleichen Weg nehmen, wie wir hoch gekommen sind.

Ponten-Tour: Beim Abstieg
Beim Abstieg

Kurz vor dem Zirleseck steht eine Gams vor uns und wir halten kurz still. Wir beobachten die Gams und sie uns, vorsichtig und langsam gehen wir nun weiter. Ein Foto von näher ist uns jedoch nicht vergönnt, da das Tier nun ins Gebüsch verschwindet.

Gams auf dem Rückweg
Gams auf dem Rückweg
Ponten-Tour: Weiße Krokusse am Zirleseck
Weiße Krokusse am Zirleseck

Auf dem Rückweg haben wir immer mehr Sonne und das macht sich bemerkbar – nun blühen die Blumen in den Wiesen erst auf und wir bewundern nochmal die Krokusse und sehen erst jetzt das gelbe Blütenmeer hinunter zur Willersalpe. Es ist immer noch nicht wirklich viel los, doch nun kommen uns ein paar Leute entgegen. Steil aber relativ flott geht es das Zirleseck wieder hinunter, sogar hier kommen wir ins Schwitzen. Es ist auch frühsommerlich warm heute. Nach einer weiteren Trinkpause geht es wieder bis zur Brücke hinunter und wir passen auf, nicht an der Abzweigung vorbeizurennen, die uns wieder über den Wildfräuleinsteig führt. Schließlich legen wir das letzte Stück an der Straße aus Hinterstein hinaus zurück und kommen nach ca. 2 h Abstieg wieder zum Parkplatz.

Ponten-Tour: Fazit

Die Tour von Hinterstein über den Wildfräuleinsteig und die Willersalpe auf den Ponten ist eine superschöne Sommertour, die bereits relativ früh begangen werden kann, nachdem der Schnee wieder getaut ist. Das anstrengendste Stück ist das Zirleseck hinauf, jedoch finden sich auch immer wieder flachere „Genussabschnitte“, wie z. B. durch den lichten Wald beim Wildfräuleinsteig oder auf dem Weg zwischen Zirleseck und Ponten. Kondition solltet ihr mitbringen und im letzten Anstieg zum Gipfel auch Trittsicherheit und geg. etwas Schwindelfreiheit.

Die Ausblicke belohnen die Mühen auf dieser Tour in jedem Fall. Ist der Weg komplett schneefrei, kann auch eine Rundtour gemacht werden, bei der man vom Ponten über den teilweise sehr schmalen Grat hinüber zum Bschießer geht. Anschließend erfolgt hier der Abstieg, zuerst über steilen Schotter, dann durch Latschen und angenehmer weiter, über die Zipfelalpe sowie zum Schluss die wunderschönen Wasserfälle des Zipfelbachs hinunter. Hier kommt man dann direkt an der Kirche in Hinterstein wieder raus.

Ein Kommentar

  1. Pingback: Von Hinterstein auf das Gaishorn - Gipfelgeil

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